Ruth Bader Ginsburg ist tot. Ein kaum erkanntes Vorbild ist gegangen.

Bis vor einem Jahr hatte ich noch nie etwas von Ruth Bader Ginsburg gehört. Dann durchstöberte ich nach einem sehr langen Arbeitstag vor genau einem Jahr, am 19.09.2019, meine digitale Fernsehzeitung. Kein sinnvolles Programm. Hm. Moment, da im ZDF kommt gleich eine Dokumentation. Über eine Richterin des Supreme Court. Über den Obersten Gerichtshof der USA wollte ich ja schon lange mehr erfahren. Also, warum nicht? Ziemlich unspektakulär, oder? Aber so war das eben damals:

Als ich von Ruth Bader Ginsburg erfuhr

Da habe ich viel dazugelernt. Ich sage Dir, dass ich sehr froh bin, mich für diese Dokumentation entschieden zu haben.
Es hat mich einiges noch ein Stück besser begreifen lassen. Ich habe mehr erfahren.
(Über das politische Grundgefühl der zwei-Parteien-USA. Über die Reduzierung auf ideologische Ausrichtungen, die eine Diskussion über Inhalte so erschreckend erschwert.
Über die deprimierende Selbstverständlichkeit der Diskriminierung und den mühsamen Ausgleich durch diejenigen, die guten Willens sind.
Über die Geschichte der Emanzipation in den USA – bei der ich geschockt feststellte, dass sie noch immer stark in Frage gestellt wird.
Über die Lebensgeschichte und das Wirken einer körperlich kleinen und geistig so großen Frau, Ruth Bader Ginsburg. Über ihr nachhaltiges Erfolgskonzept.
Und über die Gemeinsamkeiten, die zwischen ihr und mir – über Alter, Religion und Berufung hinweg – bestehen und mich faszinieren.)

Nur wer sich seiner Zeit widmet,
der gehört auch den späteren Zeiten an.

Karl Gutzkow

Sie hat die Geschichte der USA über lange Zeit entscheidend mitgeprägt. Sie wird auch für spätere Generationen ein Mensch bleiben, der es Wert ist, sich mit ihm zu beschäftigen. Doch wer sie war können andere besser beschreiben. Für mich war die erwähnte Dokumentation über sie in vielerlei Hinsicht eine Offenbarung. (Du findest die Sendung noch bis zum 26.09.2020 in der Mediathek des ZDF, gib dort im Suchfeld einfach ihren Namen ein. Nutze diese Möglichkeit!)

Einen guten ersten Blick in ihre Persönlichkeit ermöglicht Dir auch Hubert Wetzel in einem Artikel in der SZ Süddeutsche Zeitung. Er zeigt zugleich auch die politische Dimension ihres Sterbens (insbesondere zu diesem Zeitpunkt). Mit der Suchmaschine Deiner Wahl findest Du ebenfalls viel über sie heraus. Du solltest es tun.

Ich empfehle Dir, Dich mit ihrem Leben und Wirken,
mit ihrer Person im Ganzen, auseinanderzusetzen!

Sie war eine der bedeutendsten Kämpfer*innen für die Gleichberechtigung und für die Gerechtigkeit.
Ihr Kampf war hart, doch immer besonnen.
Sie kämpfte mit den schärfsten Waffen, mit ihrem Verstand, ihrer Empathie und damit, das in Worte zu fassen, was sie erkannt hatte.

Es gibt viel in ihren Gedankengängen zu entdecken. Viel von ihr zu lernen.
Ich hatte selbst gerade angefangen an der Oberfläche dessen zu kratzen,
was sie in ihrem Leben für unser aller Leben getan hat.
Denn was sie tat, wirkte weit über die USA hinaus.

Gestern starb Ruth Bader Ginsburg. Es kam nicht unerwartet.
Sie wusste, dass das jederzeit passieren konnte.
Hatte vorgesorgt und betont, dass ihre Nachfolgerin/ ihr Nachfolger
erst ins Amt berufen werden soll,
nachdem der nächste Präsident gewählt worden ist.

Sie verlangte es in dem Wissen, dass die Frage ihrer Nachfolge
den Wahlkampf noch weiter verschärfen, die Zerrissenheit der USA noch verstärken wird.
Sie bestand darauf, in dem Wissen, dass ihr Wille von vielen respektiert,
aber auch von vielen ignoriert werden würde.

Sie setzte – wie stets – auch in diesem Moment auf gute Argumente,
denen sie emotionale Ansatzpunkte beilegte,
um möglichst vielen Menschen zu ermöglichen,
ihre Gedankengänge, Schlussfolgerungen und Entscheidungen zu verstehen.
Und daran auf die jeweils eigene Art und Weise “anzudocken”.

Ruth Bader Ginsburg ging immer den Weg der Aussprache und Diskussion.

Es hat sie sicherlich geärgert,
dass sie noch vor dieser entscheidenden Wahl vom höchsten aller Richter abberufen wurde.
Aber sie kann dem Richterspruch,
der über sie selbst gesprochen wird,
gelassen entgegen sehen.
Denn sie tat was immer ihr möglich war, um Gräben zu schließen.

– Carmen Splitt

Ruth Bader Ginsburg wurde am 15.03.1933 in Brooklyn, New York geboren.
Sie war seit 10.08.1993 bis zu ihrem Tode Beisitzende Richterin am Supreme Court, dem höchsten Gericht der Vereinigten Staaten von Amerika.
Sie verstarb in Washington D. C. 18.09.2020.

Sie war eine große Frau. Sie war ein großer Mensch.
Sie war ein großes Vorbild.
Es wird sich zeigen, wer das erkennt und ihren Wünschen und ihrem Beispiel folgt.

In Erinnerung an Ruth Bader Ginsburg, Artikel von Carmen Splitt

Quellenangabe für das Bild
Das Foto habe ich dem Wikipedia-Eintrag zu Ruth Bader Ginsburg entnommen. Es ist als gemeinfrei gekennzeichnet.
Auf der dort als Quelle angegebenen Website Supremecourthistory.org habe ich hierzu noch folgenden Credit gefunden, den ich daher hier gerne ergänze:
Collection of the Supreme Court of the United States, Photographer: Steve Petteway

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– Carmen Splitt aka #CSKreuzspinnerin

Carmen Splitt

Carmen Splitt alias CSKreuzspinnerin

Ich bin Social Media-Expertin für Pastor*innen und Selbständige, denen Werte wichtig sind. Gerne berate und begleite ich auch Dich dabei Dein Online-Dasein aktiv selbst zu gestalten, mit Deinen Werten mehr Menschen zu erreichen, selbstsicherer im Umgang mit der Technik und dem Marketing zu werden und Dich wohler zu fühlen, wenn Du auf Facebook und Co. unterwegs bist. Warum? Weil ich als Social Media-Coach, Bloggerin und Kreuzspinnerin in den unendlichen Weiten des Internets unterwegs bin und Du gerne an meinen Erfahrungen teilhaben darfst. Ich bin im Netz sowohl mit meinem Klarnamen präsent als auch unter #CSKreuzspinnerin und CSKreuzspinnerin bekannt und betreibe in eigenem Namen und auf eigene Rechnung mehrere Websites und Blogs, inklusive entsprechender Profile in den sozialen Medien. Die drei wichtigsten Dinge in meinem Leben sind meine Seele, mein Glauben und meine Freiheit, die sich unter anderem in meiner eigenen Selbständigkeit (seit 2013) ausdrückt. Ich bin überzeugte Lutheranerin, begeisterte Teetrinkerin, faszinierte Trekki, echte Querdenkerin und noch eine ganze Menge andere Dinge. Kurz, ich bin ein komplexer und vielschichtiger Mensch und schreibe in meinem ganz eigenen Stil. (Und auch den Begriff Querdenkerin lasse ich mir von Nationalsozialist*innen und Verschwörungstheoretiker*innen weder vereinnahmen noch vermiesen! Es ist eine Frechheit, dass diese Einbahndenker*innen meinen, sie würden "querdenken", also einen Sachverhalt von verschiedenen Blickpunkten betrachten und bereit zu sein, stets ihre eigenen Standpunkte zu hinterfragen.)

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